Glück gehabt: Senftenberg überrascht Parksünder
Entspannte Vollzugsbeamte und glückliche Autofahrer prägten am Dienstag (2. Juni 2026) das Bild in Senftenberg. Die Stadt zeigte sich von ihrer gnädigen Seite und verschonte Parksünder im Stadtgebiet konsequent. Statt des gefürchteten Strafzettels fanden Falschparker, Überzieher der Parkzeit oder Vergessliche der Parkscheibe eine rot-weiße Überraschung an ihrer Windschutzscheibe.
Knöllchenfreier Dienstag mit besonderer Botschaft
Foto: Außendienstler Julian Schenk (r.) bekommt am knöllchenfreien Tag Unterstützung durch Bürgermeister Andreas Pfeiffer. Der Kurzzeit-Parkplatz am Einwohnermeldeamt gehört zu den Schwerpunkten der regelmäßigen Kontrolltätigkeit der Vollzugsbeamten des Senftenberger Ordnungsamtes. Knapp 90 Glücks-Botschaften wurden am knöllchenfreien Tag verteilt.
Ein freundlicher Hinweiszettel in den Stadtfarben mit dem Spruch „Glück gehabt!“ informierte die Betroffenen über das ausbleibende Bußgeld. Die Botschaft der Stadt: Die Parksünder werden dazu aufgerufen, sich von dem gesparten Geld etwas Schönes zu gönnen – beispielsweise ein Eis im Marktcafé oder ein gutes Buch.
Von diesem knöllchenfreien Tag profitierten Urlauber im Lausitzer Seenland genauso wie die einheimische Bevölkerung. Grobe Verstöße blieben von der Aktion jedoch ausgenommen. Wer in Feuerwehrzufahrten oder auf ausgewiesenen Behindertenstellflächen parkte, musste trotzdem mit Konsequenzen rechnen.
Insgesamt wurden am Dienstag knapp 90 dieser Glücks-Botschaften anstelle von Knöllchen im Stadtgebiet verteilt.
Bürgermeister Andreas Pfeiffer erklärt den Hintergrund der Aktion: „Die Charmeoffensive soll vor allem zum gegenseitigen Verständnis zwischen Autofahrern und unseren Ordnungskräften beitragen. Wir möchten, dass Einheimische und Gäste Senftenberg als eine autofahrerfreundliche und herzliche Stadt wahrnehmen. Aber Achtung: Das war eine einmalige Ausnahme zum Saisonstart – ab morgen kosten die Knöllchen wieder richtig Geld.“
Mit dem knöllchenfreien Tag möchte die Stadtverwaltung den Fokus bewusst auf die wichtige Arbeit von Senftenbergs Vollzugsbeamten lenken. Das Team sorgt ganzjährig für Ordnung im ruhenden Verkehr und überwacht regelmäßig 59 Parkplätze im Stadtgebiet. Wie notwendig diese Arbeit ist, zeigt die Bilanz des Vorjahres: Rund 5.000 Parksünder mussten im vergangenen Jahr zur Kasse gebeten werden.
Foto: Knapp 90 Falschparker hatten am Dienstag den besonderen Strafzettel unterm Scheibenwischer. Bei der Botschaft "Glück gehabt" konnte hörbar aufgeatmet werden.
Hinter der Aktion steht ein ernstes Anliegen, wie Vollzugsbeamter Julian Schenk betont. Er nutzt den Aktionstag für einen eindringlichen Appell an alle Verkehrsteilnehmer: „Umsichtiges Parkverhalten ist kein Selbstzweck. Falschparken stört nicht nur den Verkehrsfluss und andere Verkehrsteilnehmer massiv, sondern kann im Ernstfall sogar lebensgefährlich sein. Wenn Feuerwehrzufahrten blockiert sind oder Gehwege so zugestellt werden, dass Kinder auf die Straße ausweichen müssen, hört der Spaß auf.“
Genau auf diese Gefahren und die Notwendigkeit von gegenseitiger Rücksichtnahme will die Stadt Senftenberg mit dem knöllchenfreien Tag die Aufmerksamkeit richten.
Nach dem großen Erfolg am Dienstag steht bereits fest: Einen solchen knöllchenfreien Tag soll es in Senftenberg künftig einmal jährlich geben.
Leiterin und Pressesprecherin
Markt 1
01968 Senftenberg
Karte anzeigen
Kontaktformular
