37 Millionen für neue Fernwärme
Die Stadtwerke Senftenberg bauen ihre Fernwärmeversorgung grundlegend um. Künftig soll Abwärme aus der Müllverbrennung genutzt werden – statt Erdgas. Rund 8.000 Haushalte könnten davon profitieren.
Abwärme aus Großräschen wird zur Wärme für die Stadt Senftenberg
Ein wichtiger Schritt für die Energiezukunft in Senftenberg: Die Stadtwerke Senftenberg stellen ihre Fernwärmeversorgung neu auf. Künftig soll ein großer Teil der Wärme aus industrieller Abwärme gewonnen werden – aus der thermischen Abfallverwertung des Kraftwerks „Sonne“ in Großräschen.
Am Freitag hat Brandenburgs Staatskanzleichefin Kathrin Schneider dafür einen Förderbescheid in Höhe von rund 37,3 Millionen Euro an die Stadtwerke übergeben. Insgesamt investieren die Stadtwerke mehr als 43 Millionen Euro in das Projekt.
Kern des Vorhabens ist eine rund zehn Kilometer lange Fernwärmeleitung, die Großräschen und Senftenberg miteinander verbindet. Ergänzt wird sie durch Wärmeübertragerstationen und eine große Wärmespeicheranlage, die die Einspeisung der Wärme künftig flexibler machen soll. Ziel ist es, bislang ungenutzte Abwärme für die Versorgung von tausenden Haushalten nutzbar zu machen.
Bislang wird die Fernwärme in Senftenberg überwiegend mit Erdgas erzeugt. Mit der Umstellung soll der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden – nach aktuellen Berechnungen um etwa 15.000 Tonnen pro Jahr.
Ab etwa 2029 sollen rund 8.000 Haushalte sowie öffentliche Einrichtungen mit der neuen Fernwärme versorgt werden. Der Bau der Leitung ist ab 2027 vorgesehen.
Auch aus Sicht des Landes ist das Projekt ein wichtiger Baustein im Strukturwandel der Lausitz. Der Lausitz-Beauftragte Klaus Freytag betonte, dass die Nutzung industrieller Abwärme nicht nur zum Klimaschutz beiträgt, sondern auch langfristig für mehr Stabilität bei den Fernwärmepreisen sorgen kann.
Die Stadtwerke Senftenberg versorgen derzeit rund 24.000 Menschen mit Energie. Mit dem Ausbau der Fernwärme soll dieser Bereich weiter gestärkt und die Versorgung langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern werden.
Die Wärme entsteht bei der Verbrennung von Abfällen im Ersatzbrennstoffwerk des Unternehmens EEW Energy from Waste in Großräschen. Dort werden jährlich rund 300.000 Tonnen Abfall verarbeitet und in Energie umgewandelt. Die dabei entstehende, bislang ungenutzte Abwärme soll künftig effizient in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Leiterin und Pressesprecherin
Markt 1
01968 Senftenberg
Karte anzeigen
Kontaktformular
