Senftenberg setzt Zeichen des Erinnerns und des Respekts
„Niemand geht verloren“ - diesem Anspruch verpflichtet, finden in Senftenberg beginnend mit dem Jahr 2026 öffentliche Gedenkfeiern für Verstorbene ohne Angehörige statt. Dabei soll allen Menschen gedacht werden, die in der Seestadt verstorben sind und von Amts wegen bestattet worden sind.
Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige
Foto: Friedhof im Ortsteil Hosena. Die Stadt will ein Zeichen des Erinnerns und des Respekts setzen. Im Februar 2026 wird erstmals zu einer Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige eingeladen.
In Senftenberg nehmen „stille Beisetzungen“ durch die Stadt tendenziell zu. Im Jahr 2025 sind bis Ende November in Senftenberg 17 Menschen gestorben, die keine Angehörigen oder Freunde mehr hatten, die sie auf ihrem letzten Weg begleiten konnten. Eine Zahl, die seit Jahren steigt.
2022 waren es 26 Verstorbene ohne Angehörige, 2024 bereits 33 Menschen, die einsam und ohne Trauerfeier starben. Die Stadt sorgt in diesen Fällen für eine würdige Bestattung. Die Kosten hierfür übernimmt die Stadt, wenn es keine bestattungspflichtigen Angehörigen gibt oder diese nicht gefunden werden können.
Senftenberg will nun gemeinsam mit dem Hospizdienst dem Trend zur Anonymität und dem Zerbrechen des sozialen Zusammenhalts etwas entgegensetzen, das Hoffnung macht.
Als Zeichen des Erinnerns und des Respekts wird am 18. Februar 2026 um 16 Uhr erstmals in die Wendische Kirche zu einer Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige eingeladen. Dabei werden die Namen der Verstorbenen von Ehrenamtlern des Hospizdienstes einzeln verlesen. Pfarrer Sebastian Schlauraff-Schäller spricht eine Fürbitte und erteilt den Segen.
Trauerfeiern für Verstorbene ohne Angehörige soll es in Zukunft in Senftenberg regelmäßig geben. „Wir wollen damit eine Tradition begründen, denn hinter jedem Namen steht ein Mensch, stehen Schicksale“, so Ordnungsamtsleiterin Beata Jenchen. Arbeitskollegen, Nachbarn oder alte Bekannte sollen so die Möglichkeit haben, von den Verstorbenen in würdevollem Rahmen Abschied zu nehmen.
Bürgermeister Andreas Pfeiffer: „Die Gedenkfeier soll ein Zeichen dafür sein, dass es uns nicht egal ist, ob ein Mensch, der in unserer Stadt, der mitten unter uns gelebt hat, gestorben ist. Er war ein Bürger, eine Bürgerin aus Senftenberg. Wir gedenken dieser Menschen mit Respekt. Denn ihr Leben war kostbar.“
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