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25.08.2026

Von der Kohle zum Sternenstaub: Zukunftstechnologien aus Senftenberg

Unter dem Motto „Von der Kohle zum Sternenstaub“ stand der Besuch des Lausitzbeauftragten des brandenburgischen Ministerpräsidenten, Dr.-Ing. Klaus Freytag, in Senftenberg. Bei seinem Arbeitsbesuch informierte er sich über den Strukturwandel vor Ort und besuchte Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Projekte, die für die Zukunft der Lausitz stehen.

Bürgermeister Andreas Pfeiffer: "Zukunft passiert hier in der Lausitz"

Foto: Im Sternenstaub-Labor auf dem Campus der BTU in Senftenberg: Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, Bürgermeister Andreas Pfeiffer, Lausitzbeauftragter Dr. Klaus Freytag, Forscher und Unternehmensgründer Dr. Owen Ernst und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick (v.l.).

In Senftenberg stand mit dem FSV Glückauf Brieske/Senftenberg zunächst der Sport auf dem Programm. Später führte ihn sein Weg zur Lausitzer Schienenfahrzeug Instandhaltung (LSI Brieske GmbH) am traditionsreichen Bahnstandort Brieske.

Nach Sport und Güterwagen folgte schließlich ein Blick in eine Zukunft, die buchstäblich aus den Sternen kommt: „Sternenstaub made in Senftenberg“.

Das erst im Januar 2026 gegründete junge Unternehmen „quantum grade materials“ erforscht und entwickelt Technologien für die Welt von morgen. Das Start-up produziert hochreine Gase und Materialien, die für Quantencomputer und die nächste Generation von Mikrochips benötigt werden. Besonders faszinierend: Das Ausgangsmaterial entsteht natürlicherweise nur bei Explosionen von Sternen im Weltall – und ist in dieser Form ansonsten nirgendwo auf der Welt verfügbar.

Im Labor auf dem Campus der BTU Cottbus-Senftenberg stellen die drei Gründer Dr. Owen C. Ernst, Anne Handschick-Ernst und Dr. David Uebel daraus gewissermaßen künstlichen Sternenstaub her. Im weiteren Produktionsprozess entsteht ein kristalliner Feststoff, der in hauchdünne Schichten geschnitten werden kann. Daraus entstehen innovative Halbleiterbauelemente, umgangssprachlich "Chips“ genannt. Sie sind für Quantencomputer von großer Bedeutung und weltweit heiß begehrt.  „Hier trifft extremer Bedarf auf extreme Knappheit“, so Dr. Ernst.

Der Forschungs- und Entwicklungsstandort Senftenberg bietet dafür besondere Voraussetzungen: Der Senftenberger Campus der BTU ist einer von bundesweit nur zwei Standorten, an denen Silizium-Chemie erforscht wird. Mit den Arbeiten von „quantum grade materials“ entstehen damit neue Perspektiven für die Lausitz – mit dem Potenzial, die Region zu einem wichtigen Zentrum für isotopenreine Halbleitermaterialien zu entwickeln.

„Zukunft passiert nicht irgendwo. Zukunft passiert hier in der Lausitz“, betont Bürgermeister Andreas Pfeiffer. Er freut sich insbesondere darüber, dass Senftenberg als Entwicklungsstandort für den „Sternenstaub“ erhalten bleibt und hier eine Technologie mit internationalem Potenzial entsteht.

Das Unternehmen hat sich ambitionierte Ziele gesetzt und will künftig zwischen 80 und 100 Prozent des europäischen Marktes mit seinen Produkten abdecken. Erste Umsätze werden schon für 2026/2027 erwartet. Damit könnte aus einer jungen Unternehmensidee ein bedeutender Baustein der regionalen Wirtschaftsentwicklung werden. Mit ihrer Firma sind die drei Gründer von „quantum grade materials“ für den Brandenburger Innovationspreis 2026 nominiert.

Lausitzbeauftragter Dr. Freytag zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt vom Mut der Gründer und dem technologischen Potenzial des jungen Unternehmens. Der Besuch machte deutlich: Strukturwandel bedeutet in der Lausitz längst nicht mehr nur den Abschied von der Kohle. Er bedeutet auch den Aufbruch in neue Industrien, neue Technologien und neue Märkte.

Vom traditionsreichen Bahnstandort über den Fußballplatz bis hin zur Hochtechnologie: Senftenberg zeigt, wie aus industrieller Erfahrung, Forschung und unternehmerischem Mut Zukunft entstehen kann – bis hin zum weltweit nachgefragten glitzernden Sternenstaub.

Foto: Im Technikum auf dem Campus Senftenberg: v.l.: Hochtechnologie-Spezialist  Dr. Ernst, der Landtagsabgeordneter Wolfgang Roick,  LMBV-Geschäftsführer Torsten Safarik, der Lausitzbeauftragte Dr. Freytag sowie Bürgermeister Andreas Pfeiffer.

 

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